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Taoismus
 

„Wer redet, weiß nicht,
wer weiß, redet nicht.“
Diese Worte sprach, so sagte man mir, Lao-tzu.
Aber wenn wir glauben,
dass Lao-tzu selbst einer war,
der wusste,
wie kommt es dann,
dass er ein Buch mit fünftausend Worten
geschrieben hat?

schrieb der Dichter Po Chu-i

Über das Taoismus zu schreiben, bringt, bevor nur ein Wort auf dem Blatt steht, dieses Problem zum Vorschein: es bleibt letztlich nur ein kläglicher Versuch über etwas zu schreiben, was unausdrückbar bleibt. Taoismus birgt eine Kraft in sich, vor der sich alle Worte zurückziehen. Alle Definitionen, Erklärungen und Denken werden von Taoismus einfach überschritten, hinter sich gelassen. Gleichzeitig lässt sich Taoismus auch nicht im Schweigen zum Ausdruck bringen. Aus diesem Grundsatz lässt sich schließen das Taoismus nicht nur eine mystische Religion ist oder rein metaphysischer Art, sondern Mystik IST. Taoismus ist ein Begriff der westlichen Welt um eine der großen Ströme des chinesischen Denkens ein Kennzeichen zu verleihen. Entgegen des Konfuzionismus zeichnet sich Taoismus weder durch Glaubensbekenntnisse noch durch systematische Lehren aus, es ist nicht in Regeln gepackt sondern ein Studium des Kosmos.

Das Wort „Tao“ bleibt immer unübersetzbar, muß es auch, da es eben als undefinierbar, für sich selbst stehend gilt. Wird es als Kennzeichnung verwendet, so erhält es als Übersetzung „der Weg“.

Der Gründer des Taoismus war Lao-tzu und oftmals wird die Lehre des Taoismus dem gelben Kais Huang Ti(2704-2595 v.Chr.) zugeschrieben. Die Lehre vom Tao wird es wahrscheinlich schon vor Lao-tzu gegeben haben denn sowohl er als Konfuzius beziehen sich auf das Tao stets in Verbindung mit den „alten Weisen“ des goldenen Zeitalter Chinas.

Das Tao war für Lao-tzu das Absolute, die Höchste Wirklichkeit, das Namenlose, die Pforte zu allen Mysterien. Das Tao wird manchmal mit dem Atman des Hinduismus, mit dem So-sein des Buddhismus, mit dem Ain Suph des Kabbalismus oder der Monade der Griechen verglichen. Alles ist DAS, was weder Eigenschaften noch Merkmal hat. Das Tao kann man erlangen aber nicht sehen und hören, nicht begreifen, nicht beschreiben. Es ist das Älteste und doch ist es nicht alt. Tao macht die Dinge zu dem was sie sind aber selbst ist es nicht ein Ding.

Okakuro-Kakuzo schreibt : „Das Tao ist viel eher die Reise als der Pfad. Es ist der Geist des Kosmischen Wandels – das ewige Wachsen, da zu sich selbst zurückkehrt, um neue Formen zu schaffen. Es rollt sich ein wie der Drache, das beliebte Symbol der Taoisten. Es faltet und entfaltet sich wie die Wolken. Man kann vom Tao als von der Großen Verwandlung sprechen. Subjektiv betrachtet ist es die Laune des Universums.“

Tao so verstanden ist das ewige Prinzip des Lebens und alle materiellen Formen und Körper sind nur ein Ausdruck seiner Verwandlung. Doch darf man sich unter keinen Umständen das Tao als Gott vorstellen oder in einem anderen Sinne das Tao für Gott verwenden, da selbst der Begriff Gott zu einengende für das Tao ist. Das Tao ist völlig unpersönlich, bezeichnet sich jedoch im Taoismus als nicht-theistische Religion, was nicht die Bedeutung trägt das er atheistisch sind. Denn für Atheisten ist der Begriff Gott einer der interessantesten um ihn zu widerlegen.

Der Theist, der sich für IHN einsetzt, benutzt das persönliche Fürwort „Er“ für Gott. Taoismus ist nicht-theistisch, da er um die Begrenzungen des menschlichen Geistes weiß, denn nur das kann ausgedrückt und auch verstanden werden, was begrenzt ist.

Meister Eckhart verkündete dazu: „Alles, was ihr über Gott sagen könnt, ist nicht wahr.“ Der Taoismus gebraucht, um das ausdrücken zu können, was über dem Sein steht die Negation. In dieser geht es darum, Schicht für Schicht abzutragen, bis nur noch das Wesentliche übrig bleibt. Die Negation sagt nichts aus, enthält aber die Möglichkeit zu allem. So, wie das Tao sind nicht in Wort kleiden lässt, eine Nicht-heit die doch das Potential aller Dinge in sich trägt, kann man es nur auf das beziehen was nicht ist. Das Nicht-Existente, die Leere, beinhaltet die Möglichkeit aller Existenz.

Der traditionelle Taoismus hat keinen Schöpfer da das Wirken des Taos eine spontane Schöpfung durch die Wechselwirkung des yin-yang Prinzips hervorbringt. Niemals ist das höchste Prinzip in eine bestimmte Form gebracht worden, selbst während des Verfalls des alten Chinas nicht. (Während dieser Zeit gab es unzählige niedere Gottheiten) Der Konfuzianismus hatte in seinen Tempeln kein einziges Bild, sondern hielt die Atmosphäre des abstrakten Denkens der Gelehrten bei. Der Taoismus war entgegen des Konfuzianismus, der einen strengen Kodex von ethischen und sozialen Tugenden entwickelte, frei von jeglichen Dogmen oder einer systematischen Lehre des Verhaltens oder Lernens.

Die frühen Konzepte des Taoismus beherbergten eine weitverbreitete animistische Vorstellung und den Glauben an einen persönlichen Gott, auch an Götter. Während der Gründung des traditionellen Taoismus durch Lao-tzu und Chuang-tzu wurden diese Konzepte in die Lehren des reinen Taoismus: das Tao ist keinen Begrenzungen unterworfen, verwandelt. Chuang-tzu sagte: „Tao ist ohne Anfang und ohne Ende. &Mac226;Es’ existiert aus und durch sich selbst. Es war vor Himmel und Erde, und es wird wahrlich in alle Ewigkeit sein.“

Alle Formen sind im Tao enthalten, alle Seiende hat Tao, alles hat seinen „Weg“ zu erfüllen, und jedes einzelne ist auf seinem „Weg“ einzigartig und ewig sich wandelnd, wachsend und sich entwickelnd. Die Welt, in der Manifestation stattgefunden hat befindet sich in einem stetig fließenden Zustand der Veränderung. Alle Möglichkeit ist im Werden und Wachsen enthalten. Nur diese kann Leben zur Offenbarung führen. Im Taoismus wird vorrangig die existentielle Situation betont: Der Weg ist ein Weg des Lebens, keine Schule des Denkens. Der Weg kann nur verstanden werden, indem er gelehrt wird. Das erklärt die wenigen schriftlichen Dokumente, die von den frühen Taoisten hinterlassen wurden. Schriften können immer auch denen in die Hände fallen, die sie falsch deuten, sie zu einer starren Doktrin erklären oder zu einem Kult verfälschen. Immer schon wurden die Worte des Meisters durch die Schüler auch verdorben denn mit Worten verstehen Missverständnisse und Verwirrungen. Worte beherbergen die endlose Vielfalt von Interpretationen.

Der Weg sollte ein freier Weg sein, ein Weg des Abenteuers, ein Leben aus dem Geiste. Aus diesem Grunde existiert kein Dogma. Um den Schwierigkeiten auf dem Wege entgegentreten zu können darf es keine Richtlinien, nichts Festgelegtes, nichts Bequemes geben, an das sich der Mensch halten kann, denn sonst gibt er sich damit zufrieden und unternimmt keine weiteren Anstrengungen.

„Leben ist nicht geschaffen; es ist. Dem Geiste lässt sich nicht befehlen; er weht, wie es ihm gefällt. Jene, die es mfür möglich halten, Inspirtion und Genius zu lehren, Schönheit, Tugend und Wahrheit in Formeln einzuschließen, das von außen aufzudrängen, was nur aus dem Innern geboren werden kann, sind blind; die Erleuchtung des Geistes, die Offenbarung des Tao hat sie nie berührt. Jeder Mensch muss in sich selbst seine eigene Wahrheit finden, seine eigene Schönheit, seine eigene Tugend. Die Erlösung der Seele wie die des Geistes können weder gekauft noch gelehrt werden. Alles ist einmalig, obwohl die Essenz aller Dinge eins ist. Alles unterliegt der immerwährenden Wandlung, der immerwährenden Schöpfung. (J. C. Cooper, E. Hovelaque, China)

Tao ist das Unausdrückbare und doch weiß man immer mehr darüber zu sagen. So wie die Mystiker aller Religionen und Nicht-Religionen sagen, dass ihre Erfahrung nicht ausdrückbar sei und dann doch Bände damit füllen. Das Bemerkenswerte am Taoismus ist das Existenzielle, das den ganzen Menschen umfasst, eine lebendige, nicht-theoretische Betrachtungsweise. „Qual“, „Grauen“ und „Sorgen“ finden nicht ihren Platz im Geiste dessen, der sich ganz dem Weg anvertraut hat. Es ist ein mutiger Weg der Freude, oder offenen Annahme des ganzen Lebens von Herzen. Ein Mensch der Weisheit schließt seine Augen nicht vor der Schönheit der Welt, und behält bei der weltlich sinnlichen Attraktion die innere Ruhe. Schönheit auf dem Wege der Spiritualität ist der yin-Aspekt des geistigen Lebens und eine Hilfe auf dem geistigen Wege. Die Wahrheit ist der yang-Aspekt auf dem spirituellen Wege, der kraftvoll das Leben durchdringt. Beide sollten zu einer tiefen Würdigung des Lebens und zur Freude am Leben hinführen.

Freude, Witz und Lachen ist der Weg des Taoismus nach Lao-tzus Aphorismen und Chuang-tzus Werken. Es gibt eine Legende in der die drei großen Religionen Chinas um einen Krug voll Essig herumstanden. Essig, das Symbol des Lebens selbst. Einer nach dem anderen steckte seinen Fingen in den Krug, um den Inhalt zu kosten. Buddha erschien er bitter, Konfuzius nannte ihn sauer und Lao-tzu empfand ihn süß. Die Taoisten liebten das Lachen, und in all ihren Schriften und Aussagen wird die Unterscheidung unbarmherzig hervorgehoben, ein beißender reinigender Witz, die Spreu vom Weizen trennend um die Metapher zu wechseln. Alles angesammelte staubige wird weggeblasen (Spreu) übrig bleibt das goldene Korn (Weizen).

Die Ähnlichkeit zwischen Taoismus und Hinduismus sticht hervor. Lao-tzu soll der Tradition gemäß nach Indien und über Indien hinaus gereist sein. Ein starker brahmanistischer Wesenszug zeigt sich in der taoistischen Lehre der Gewaltlosigkeit und dem schöpferischen Prinzip der Freude, das im Universum wirkt. Die Upanischaden lehren, dass Anstrengung nur durch ihre Freude zur Wirkung kommt und Freude eine Kraft ist, die alle Krankheiten, Egoismus, Angst und Trennung verbannt. Die Lebenslust verbindet sich mit dem Spiel des Universums und der Natur. In diesem Spiel gibt es keine Launen, alle Fülle ist schöpferischem Geiste entsprungen und bedeutet, Leben im Überfluss zu haben. Auf dem Weg wird nicht das Extrem der Suche nach dem Glück aus Eigendünkel oder bewusstes Halten im Leid gepflegt sondern die Freude als natürliches spirituelles Ergebnis eines Lebens.

„Tao ist der Weg und das Ziel. Es ist das Licht, das sieht und gesucht wird, so wie das Brahman in den Upanischaden das Prinzip des Suchens und das gesuchte Objekt zugleich, das beflügelnde Ideal und seine Erfüllung ist. Der Geist, der uns dazu bringt, die Wahrheit zu sehen, ist die Wahrheit die wir suchen.“
(George Allen & Unwin, London, S. Radhakrshnan, India und China)
 






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